Donnerstag, 27. Juli 2017

Kuba - Reisetipps

Hallo Zusammen!
Wahrscheinlich wundert ihr euch, warum es in letzter Zeit so ruhig hier geworden ist, das liegt einerseits daran, dass ich mit meinem Praktikum beschäftigt war und die letzten 2,5 Wochen Urlaub auf Kuba gemacht hatte.
Aus Zufall ergab sich die Möglichkeit mit 2 Freunden Kuba zu erkunden und diese Gelegenheit konnte ich mir natürlich nicht nehmen lassen. Also buchten wir vor ca. 2 Monaten Hotels und Flüge und das Abenteuer konnte losgehen. 

Vorbereitungen.
Bevor es mit der Reise losgeht, gibt es einige Besonderheiten die ihr beachten müsst. Einerseits braucht ihr eine Touristenkarte, diese ist 30 Tage gültig und bei eurer Airline oder beim Reisebüro erhältlich mit einem Kostenpunkt von ca. 25€. Außer einem gültigen Reiseausweis müsst ihr bei der Einreise auch eine Auslandskrankenverischerung mit Rücktransport vorzeigen. Diese habe ich einige Wochen vor der Reise einfach im Internet abgeschlossen, fordert eine Bestätigung auf Spanisch ein, die ihr vorzeigen könnt, falls ihr bei der Einreise dazu aufgefordert werdet.
Außerdem braucht ihr ein Rückflugticket, und solltet zumindest die Reservierung für die erste Unterkunft vorzeigen können.
Das hört sich jetzt ziemlich viel und kompliziert an, aber bei mir wurde letztendlich nur der Reisepass und die Touristenkarte kontrolliert und beim Check-in musste ich mein Rückflugticket vorzeigen. Trotzdem solltet ihr für den Ernstfall natürlich alles parat haben.





Gesundheit.
Obwohl für Kuba keine Pflichtimpfungen bestehen, habe ich sicherheitshalber mal ein paar Impfungen auffrischen lassen und mich für die Reise beraten lassen. Jedoch gab es hier kaum Besonderheiten, am besten informiert ihr euch auf der Internetseite des Auswärtigen Amtes, dort werden alle potentiell gefährlichen Krankheiten aufgelistet.
Für die Reiseapotheke lege ich euch Iberogast und Perenterol ans Herz, denn mit dem Essen kommt nicht jedermann klar.

Wegen den Stechmücken sollte man natürlich auch Anti-Brumm oder ein ähnliches Mückenspray dabei haben, da die Stiche auf Dauer lästig werden.
Ansonsten sollte man Leitungswasser vorsichtshalber nicht trinken, aber das sind schon die einzigen Tipps, die ich für euch habe.
Passt einfach auf euch auf, dann werdet ihr den Urlaub auch ohne Probleme überstehen. Für den Notfall gibt es extra Krankenhäuser für Touristen und ihr habt ja nicht umsonst die Auslandskrankenversicherung abgeschlossen.


Hotels und Casa Particulares.
Mit Hotels haben wir in Kuba leider eher negative Erfahrungen gemacht. Trotz vermeintlichen 4 Sterne hatten wir im Hotel in Havanna Kakerlaken, verdreckte Bettwäsche, kein Wasser, kein Tageslicht und eine Badtür, die auseinanderfiel. 

Zwar wurde uns nach Beschwerden immer ein Zimmerwechsel angeboten, dieser war aber  damit verbunden, welches Zimmer man als kleineres Übel in Kauf nehmen wollte.
Wenn ihr also nicht unbedingt viel Geld investieren wollt, solltet ihr lieber bei Einheimischen in Casa Particulares wohnen. Diese Variante haben wir leider nicht ausprobiert, aber viele Touristen, die wir auf der Reise getroffen hatten, haben in höchsten Tönen davon geschwärmt. Für ca. 25€ pro Zimmer pro Nacht bekommt man wohl in jeder Stadt ein sauberes Zimmer mit Bad und Handtüchern.

Falls es euch aber doch in Hotels verschlägt, solltet ihr euch vorher die Bewertungen durchlesen bzw mehr Geld für besseren Komfort in kauf nehmen.




Essen und Trinken.
Essen in Kuba ist leider nicht das Gelbe vom Ei, im wahrsten Sinne des Wortes. Ich konnte schon nach den ersten Tagen kein Reis mit Bohnen mehr sehen. Typisch hier ist als Gericht Reis mit Bohnen, Fleisch, etwas Salat und Gemüse und Bananenchips.
Wer seinen Gaumen auf kulinarische Reise schicken will, ist hier vollkommen falsch gelandet.
Gerade als Vegetarier ist es hier extrem schwer etwas zu finden, so habe ich mich einen Tag nur von 2 Brötchen und Butterkeksen ernährt.
Zum Glück findet man in vielen Straßengassen sogenannte Cafetarias in denen man auch Pizza oder Nudeln bekommt, die genießbar sind.

Was das Trinken angeht, trinkt nur abgepacktes Wasser und nie Leitungswasser. Selbst in großen Restaurants und Hotels wird Leitungswasser eingeschenkt, wenn man Sprudelwasser bestellt. Also sucht euch für die Zeit eine Alternative die nicht aus der Leitung kommt.
Insgesamt ist es nie schlecht zum Essen etwas Alkohol zu trinken, da es "desinfiziert". Wer einen Tag in Kuba aushält, ohne einen berühmten Mojito oder Cuba Libre zu trinken, hat eindeutig was falsch gemacht. Manchmal hatten wir schon vor 13 Uhr zwei Mojitos intus. Macht die Erkundungstour durch Havanna gleich lustiger.

Sicherheit.
In Kuba habe ich mich relativ sicher gefühlt. Selbst als Frau hatte ich keinerlei Angst abends durch die Straßen zu laufen, aber man muss auch sagen, dass ich mit zwei Jungs verreist bin, das war wohl Abschreckung genug. Im Vorfeld hatte ich gehört, dass man als Frau in Kuba eher nachgepfiffen oder einen Kommentar à la "you beautiful" bekommt, ist mir persönlich aber nur ein paar Mal passiert und war nicht schlimm.
Grobe Kriminalität gegen Touristen habe ich nicht mitbekommen, ich empfinde Havanna zum Beispiel als eine relativ sichere Stadt für Touristen. 

Problematisch hingegen sind eher die Tricks der Kubaner. Am ersten Tag in Havanna wurden wir natürlich gleich in ein Restaurant geschleppt, nachdem wir von einem Kubaner und seiner Freundin angesprochen wurden. Beide wirkten sehr freundlich und interessiert an unserer Kultur und führten ins in ein privat geführtes Restaurant und tranken mit uns einen Mojito. Alles sehr freundschaftlich bis sich der Kubaner plötzlich verabschiedete und Geld für seine Kinder wollte. Als wir dann die Rechnung erhielten, fielen wir aus allen Wolken. 24 CUC für ein Fleischgericht, 14 CUC für mein vegetarisches und wir durften natürlich die Mojitos des Pärchens zahlen. Es war schon enttäuschend, nur als Geldbeutel auf zwei Beinen wahrgenommen zu werden.
Die nächsten Tage gingen wir natürlich nicht mehr darauf ein, wenn jemand mit uns ein Gespräch anfangen wollte, da uns die Intentionen dahinter nun klar waren.




Taxi und Transport.
Taxi ist das einfachste Verkehrsmittel um von A nach B zu kommen, selbst nachts findet man immer ein Taxi. In unserer Zeit auf Kuba sind wir mit den verschiedensten Taxis gefahren, mal waren es top-moderne Modelle, mal waren es 70 Jahre alte Ami-Schlitten, die bei jedem Schlagloch drohten auseinander zu brechen. Vertraut eurem Bauchgefühl, in welches Auto ihr euch setzen wollt, an Gurten und Verkehrsicherheit der Autos fehlt es oftmals. 
Trotzdem sind wir jedes Mal heil ans Ziel gekommen, also keine Panik.


Viele der vermeintlichen Taxis sind nicht offiziell, falls man erwischt wird, hat das aber keine Konsequenzen für Touristen, sondern eher für die inoffiziellen Taxi-Fahrer.
Auch beim Taxi fahren lässt sich gut verhandeln, bis zu 5 CUC kann man immer runterhandeln außer die Taxi-Fahrer haben sich an Touristenhochburgen abgesprochen.

Größere Strecken haben wir mit dem Viazul-Bus zurückgelegt. Also praktisch das kubanische Pendant zu Flixbus. Tickets kann man im Internet oder bei der Viazul Station vor Ort kaufen. Jedoch sind die Busse schon etwas älter. Manchmal werden Fahrten auch überbucht und Passagiere müssen auf den Boden sitzen. Aber letztendlich hat alles gut geklappt, es gibt immer eine Pause und man war sogar etwas früher vor Ort.
Als Alternative zu Viazul gibt es auch Transtur, die moderneren Busse verkehren zwischen den größeren Städten Kubas und halten unter anderem auch vor den meisten großen Hotels. Die Tickets könnt ihr jedoch nicht online buchen sondern vor Ort, in Hotels oder Standorten, an denen Cubanacan Touren und Exkursionen organisiert, kaufen.

Von Mietwagen wurde uns eher angeraten, da es oft nur schlechte Ausschilderung gibt und die Straßen oftmals in schlechten Zustand sind. Außerdem wäre das bei uns als junge Fahrer eh zu teuer geworden.

Kosten.
Kuba ist sehr teuer. Das glaubt man kaum, aber es ist wirklich so. Für das Geld, welches wir ausgegeben haben, hätten wir auch einen grandiosen Urlaub in Thailand oder Asien machen können. Besonders in den Geldbeutel geht natürlich das Taxi-Geld und das Geld für Essen, vor allem weil CUC fast identisch mit dem Euro ist. Wenn ihr in Casas geht, kommt ihr natürlich viel billiger weg als in Hotels, außer ihr macht All-Inklusive-Urlaub in Varadero.

Internet.
Gerade für unsere Generation eine interessante Frage. In Kuba gibt es Internet, aber das nur an einigen Hotspots und Hotels. Dort kann man dann Internet-Karten mit einen Zugangscode erwerben (z.B. 5h für 10 CUC oder 1h für 1,5 CUC). Das System kommt einigen bestimmt bekannt vor, ähnlich war das zuletzt vor 10 Jahren bei uns in Europa.
Nicht immer erreichbar zu sein empfand ich als entspannend. Man kommt einfach mal weg von den Sozialen Netzwerken und Medien und kann den Urlaub genießen ohne andauernd auf Snapchat (ist in Kuba btw geblockt) oder Instagram damit angeben zu müssen. 

Außerdem wird einem auch endlich mal bewusst wie unwichtig vieles ist. Allein davon endlich mal etwas Abstand zu bekommen ist eine erleichternde  Erfahrung.
6h Internet für 3 Wochen Urlaub haben mir vollkommen gereicht. Richtig erstaunlich wie lang so ein Handyakku hält wenn man das Handy in den Safe legt und die Zeit mit vollen Bewusstsein genießt.





Empfehlungen für Informationen.

Ich habe mich vor der Reise über andere Reiseblogs und Pinterest informiert, in Kuba selbst fanden wir den Lonely Planet Kuba Reiseführer sehr hilfreich (mit dem ist dort auch jeder dritte Tourist rumgelaufen). 
Wenn ihr Fragen zu Ausflügen und Ähnlichen habt, könnt ihr in Hotels auch immer die Reisevertretungen fragen, die haben uns immer umfangreich beraten und geholfen.


Welche Reiseziele habt ihr dieses Jahr noch?
Welche Erfahrungen habt ihr mit Kuba gemacht?

Alles Liebe, 


Elena